Volksdroge Zucker

Macht man sich Gedanken über Volksdrogen, d.h. Drogen die weit und über alle gesellschaftliche Schichten verteilt sind, dann kommt man schnell auf Alkohol und Nikotin. Dass das aber nur die Plätze zwei und drei im Ranking sind, liegt an der vermeintlichen Harmlosigkeit des Spitzenreiters: Zucker. Versteckt und in irgendeiner Form in den meisten Lebensmitteln enthalten gehört er fest zu unserem Alltag. Dabei ist er alles andere als ungefährlich.

Nicht nur Diabetes entsteht durch übermässigen Zuckerkonsum

Der normale Haushaltszucker Saccharose besteht aus Glucose (Traubenzucker) und Fructose (Fruchtzucker). Glucose wird über Insulin abgebaut, Fructose über den Darm. Letztere steht im Verdacht, weniger satt zu machen und dadurch vermehrt konsumiert zu werden. Dabei  fördert die Fructose zudem die Einlagerung von Fettpolstern auch innerlich. Diese Fettablagerung um die Bauchgegend kann beispielsweise zu einer Fettleber führen. Die Kombination von Bauchfett mit Uebergewicht steht an erster Stelle der Urachsen für Typ 2 Diabetes, woran 95% der Diabetes-Erkrankten leiden. Insgesamt sind in Deutschland 7,6 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt, was Deutschland in die Top Ten weltweit befördert (vgl. Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2016). Weiterhin können in Form des Metabolischen Syndroms damit einhergend Bluthochdruck und Adipositas auftreten.

Neben den gesundheitlichen Risiken von Adipositas und Diabetes sind auch die Kosten für die Bahndlung enorm. Die KoDiM ("Kosten des Diabetes Mellitus") - Studie aus 2010 rechnet für den Typ 2 Diabetes vor: 542 Euro direkte Kosten entstehen durch die Bahndlung von Diabetes, 1965 Euro direkte Kosten durch die Behandlung von Begleiterscheinungen und 1328 Euro indirekte Kosten durch Arbeitsunfähigkeit/Frühverrentung. In der Summe macht dies 3835 Euro pro Jahr und Patient. Und jährlich kommen ca. 300.000 neue Patienten dazu.

Dagegen"steuern"

Der einfachste Weg den Zuckerkonsum zu vermindern ist eine Zuckersteuer. Wie beim Mineralöl muss der Preis deutlich teurer werden, um die Lebensmittelindustrie und Verbraucher umdenken zu lassen. Aber das ganze ist nicht einfach. Sollen auch Früchte höher besteuert werden, da sie sehr viel Fruchtzucker enthalten? Aber andererseits enthalten sie neben wichtigen Vitaminen auch Ballaststoffe, die eine zu schnelle Ablagerung in der Leber verhindern.

In Grossbritannien hat der staatliche Gesundheitsdienst NHS als erstes Staatsorgan überhaupt eine Steuer auf zuckerhaltige Lebensmittel angekündigt. Zwar ist diese beschränkt auf Speisen und Getränke der Krankenhaus Cafeterien und Automaten. Dennoch ist dort ab 2020 immerhin ein Feldexperiment möglich, ob sich die Verbraucher von höheren Preisen in ihrem Zuckerkonsum einschränken lassen. Oder ob sie tatsächlich süchtig danach sind.

Quellen:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/65441 /Britischer-Gesundheitsdienst-plant-Abgabe-auf-zuckerhaltige-Lebensmittel

https://de.wikipedia.org/wiki /Diabetes_mellitus#Ursachen

www.ndr.de/ratgeber/verbraucher /Wie-gefaehrlich-ist-Zucker-wirklich-,zucker133.html

https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten /diabetes/article/826182/diabetes-teure-krankheit.html

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