Klimawandel oder Klimakatastrophe?

Dass es einen von Menschen verursachten Klimawandel gibt, ist in der Klimaforschung mittlerweile so gut wie unumstritten. Auch in der Bevölkerung ist zumindest hierzulande die Meinung hierzu recht einhellig (nur 7% sind als Klimaskeptiker einzuordnen). Und selbst in der Politik ist die Erkenntnis gereift, dass man etwas unternehmen muss, um das Klima in den Griff zu bekommen. In Paris wurde daher 2016 das Klimaabkommen beschlossen, bei dem sich die Länder zum Zwei-Grad-Ziel bekennen.

Seit dem späten 19. Jahrhundert haben wir nämlich bereits einen Grad davon hinter uns. Fast der gesamte Anstieg fällt laut NASA auf die Zeit nach 1970. Der menschliche Anteil daran beträgt 105%. Denn der Temperaturanstieg wurde sogar von einer geringeren Sonnenaktivität abgemildert und wäre sonst noch höher ausgefallen. Das bemerkbare dabei ist, dass das Meer Wärme leichter aufnimmt und daher der mittlere Anstieg von 2% sich ungleichmässig verteilt. Das bedeutet, dass es auf den Kontinenten noch wärmer wird. Die Grafik unten zeigt (1) Deutschland 2011 (2) Deutschland 2061 im CO2 reduierten Szenario (RCP2.6) und (3) Deutschland 2061 im Szenario "weiter wie bisher" (RCP8.5).

Dabei bedeutet die Farbe grün eine Erwärmung von eins bis fünf Grad, gelb eine von sechs bis zehn Grad. Dies bedeutet eine mittlere Temperaturdifferenz zwischen beiden Szenarien von 5 Grad. Wenn der Ausstoss konstant bleibt, ist das Zwei-Grad Budget an CO2 in 23 Jahren aufgebraucht. Danach darf buchstälbich kein CO2 mehr produziert werden, um nicht über die zwei Grad zu kommen.

Der vage Hoffnungsträger Climate Engineering

Doch was wäre, wenn der Ausstoss nicht genug reduziert werden könnte? Das sogenannte "Climate Engineering" beschäftigt sich damit, das Klima nach einem zu hohen CO2 Emissionslevel wieder herunter zu kühlen. Dabei gibt es im wesentlichen zwei Ansätze wie das erreicht werden kann. Entweder wird die Sonneneinstrahlung auf die Erdoberfläche reduziert oder das CO2 wieder aus der Luft gefiltert.

Für die Reduktion der Sonneneinstrahlung gibt es diverse Möglichkeiten wie beispielsweise das heller machen von Wolken über dem Meer. Die vermutlich effektivste Idee ist das Sprühen von Aerosolen (feste oder flüssige Teilchen, die in der Luft schweben) in die Stratosphäre. Dadurch wird Sonnenlicht reflektiert. Ob das wirklich funktionieren kann, steht noch nicht fest. Denn selbst die Test, bei denen man lediglich prüfen will, wie man die Aerosole hochtransportieren und versprühen kann, sind sehr aufwendig. Um die Wirksamkeit oder mögliche Folgeschäden zu testen, sind grössere Eingriffe nötig. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass zusätzliche Aerosole in der Stratosphäre der Ozonschicht schaden.

Ein Stück weiter ist man mit dem Versuch das überschüssige CO2 aus der Athmosphäre wieder zu entfernen. So gibt es bereits den ersten aktiven CO2-Sauger. Dieser wurde von der Firma Climeworks direkt neben eine Müllverbrennungsanlage bei Zürich gebaut. Das CO2 wird aus der Abluft gefiltert und gasförmig in Containern (der Grösse von Schiffscontainern) gespeichert. Mit 750.000 Containern könnte man ca. 1% der globalen CO2 Emissionen direkt wieder rausfiltern. Das gespeicherte Gas kann dann beispielsweise wie von der Firma Sunfire in Blue Crude, d.h. künstliches Erdöl, weiterverarbeitet werden.

Die momentan ökonomischste und sicherste Lösung

Fest steht aber auch eines: Selbst wenn es uns gelingen sollte die Luft zu filtern, wird das Klima sich ändern. Wenn der Mensch in ein natürliches System eingreift, stellt sich eventuell die erwünschte Wirkung nicht ein und/oder es treten Begleiterscheinungen auf. So kann es zu Kettenreaktionen wie in Oekosystemen kommen (das bekannteste Beispiel ist hier die Einführung der Aga-Kröte in Australien zur Vernichtung des Zuckerohrkäfers: Die Kröte war nachtaktiv, der Käfer tagsüber. Die Kröte frass somit andere nachtaktive Tiere und vermehrte sich dadurch. Weil sie auch noch giftig ist, starben grössere Tiere, wenn sie die Kröte verspeisten. Der Zuckerohrkäfer dagegen blieb unbehelligt). Was passiert, wenn man ins Klima eingreift ist - wenn überhaupt - nur äusserst komplex zu simulieren. Daher ist es am naheliegendsten einfach den menschengemachten Effekt zu stoppen, den wir mit Beginn der Industrialisierung starteten: Die ausufernde Nutzung fossiler Brennstoffe. Dadurch kann das eingangs erwähnte Schreckensszenario abgemildert und eine Klimakatstrophe verhindert werden.

Quellen:

https://www.uni-hamburg.de/newsletter/juli-2013/deutschland-weniger-als-zehn-prozent-klimaskeptiker.html

http://www.klimafolgenonline-bildung.de/

https://www.facebook.com/Gruene.im.Bundestag/videos /10155311648725116/?hc_ref=ARRA4rNS8cRFzP1a0fBA

https://www.welt.de/wissenschaft/article3866115 /Tueckische-Bio-Krieger-gegen-Ernteschaedlinge.html

http://www.businessinsider.de /kohlenstoff-kollektor-anlage-co2-2017-6

cdn-storage.br.de/iLCpbHJGNL9zu6i6NL97bmWH_-bf /_AES/_A46524y9U1S/171011_1805_IQ---Wissenschaft-und-Forschung_CO2-Sauger-Climate-Engineering-Asteroid-201.mp3

https://www.chemistryworld.com/business /carbon-capture-from-air-goes-commercial/3007813.article

https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-morgenmagazin /moma-future-co2-recycling-100.html

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